"Geschichte" des Hauses Edelstein

 

Erst in den 60`er Jahren des 20.Jahrhunderts wurde der Gebäudekomplex zu dem, was es bis heute ist: ein neues Zuhause für Menschen auf ihrer letzten Wegstrecke. Besonders ältere Menschen mit einem christlichen Hintergrund fanden dort auch eine geistliche Heimat. Das „Edelstein“ war über viele Jahrzehnte im Besitz der landeskirchlichen Gemeinschaft A.B.Verein Karlsruhe (siehe Homepage). Aus dieser Zeit berichtet ein Pfarrer aus seinen Erinnerungen über jene Zeit, wo das Edelstein ein Hotel war, dann eine Fabrik und schließlich eine Heimstätte für christliche Jugendarbeit:

„In Schriesheim bei Heidelberg hoch oben am Berge gegen die Rheinebene hin über dem westlichen Teil des Dorfes, stand ein mächtiger Felsblock, der zum Wahrzeichen der Gegend geworden war und vom Volksmund „Edelstein“ genannt wurde. Dieser Edelstein ist verschwunden. Dem Porphyrwerk, das am Fuße des Berges mit gefräßigen Zähnen Felsen zermalmt, ist er schon zum Opfer gefallen. Ein anderer Edelstein aber ist erstanden: vor etwa 20 Jahren schon baute ein unternehmender Mann am östlichen Ende des Dorfes im schönen Ludwigstal am Fuße des Ölberges ein Hotel und gab ihm den Namen des damals und lange nachher noch stehenden Felsblockes. Mit dem Hotel scheint es aber nicht gut vonstattengegangen zu sein. Nun kam ein anderer Mann und gestaltete das Haus um zu einer Fabrik, in der Butter – und Eismaschinen für den Haushalt hergestellt wurden. Im Frühjahr 1925 hörte auch diese Fabrik mit ihrem Betrieb auf. Eigentümer des Anwesens war inzwischen die Bezirkssparkasse Ladenburg geworden. Ihr Direktor, Herr F.Lackert, der Mitglied unserer Ladenburger Gemeinschaft ist, bot uns den Edelstein unter günstigen Bedingungen zum Kaufe an. Das Anwesen schien uns wie geschaffen für ein Jugendheim. Dazu kommt die stille, schöne Lage, die gute, reine Luft des Tales, die nahen Berge und Wälder, die Pracht der ganzen Umgebung mit der Gelegenheit zu kürzeren und ausgedehnten Spaziergängen. Das alles durften wir ansehen als einen Fingerzeig Gottes, dass wir zugreifen sollten. So haben wir es denn in seinem Namen gewagt und haben das Anwesen gekauft. Dann gingen Brüder und Schwestern unter sachkundiger Anleitung daran, zunächst einmal das Haupthaus und die Mühle her- und einzurichten, also das Edelstein zu polieren, wie wir sagten, weshalb die mitwirkenden Geschwister den schönen Namen „Edelsteinschleifer“ erhielten. Der Volksbote trifft nun im Ludwigstale ein Haus an, indem das muntere Volk der Glieder unserer Jünglings – und Jungfrauenvereine abwechselnd ein und ausgeht, um in Freizeiten tiefere Einführung in die Heilige Schrift zu erfahren oder um sich dort zu besprechen, wie die Vereinsarbeit im biblischen Sinne und in fruchtbarer Weise getan werden kann. Dabei ist auch zu leiblicher Erholung in reiner, jugendfroher Gemeinschaft geboten.“

Noch ältere Geschichten zum Edelstein
Artikel im Mannheimer Morgen "Link"


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